Handmade Kultur - Teil 1 - das selbstgebackene Brot

12/13/2013 08:25:00 nachm.

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Vor einigen Tagen bekam ich von der Redaktion der Handmade-Kultur die Nr. 3 der Zeitschrift zugeschickt. Ich freute mich sehr über die Gelegenheit, die Seiten durchzublättern, die Anleitungen auszuprobieren.
Im Moment kann ich Euch nur sagen, dass es ein Heft ist, der auf jeden Fall inspiriert und die Phantasie anregt. Alles will ich ausprobieren, zu jeder Bastelanleitung kommen mir gleich eigene Ideen - doch verwirklichen kann man nicht alle auf einmal. Und manche dieser Ideen schaffen es vielleicht gar nicht so weit.



Also entschied ich mich, einfach anzufangen.

Das selbstgemachte Brot



Brot backen wir zu Hause selber schon über ein Jahr. Im Kühlschrank ruht der Sauerteig und den Vorgang habe ich auch schon verinnerlicht. Doch nicht immer gelingt das Brot nach meinem Rezept. Eine richtige Herausforderung ist, das Weizenmehl mit anderen Getreidesorten zu ersetzen. Was beim Kuchen mit Dinkelmehl super klappt, ist beim Brot nahezu unmöglich.





Dann schaut mich das Rezept für das Steinmetz-Kraftbrot an. Es ähnelt meinem, aber die verschiedenen Mehle werden in einem anderen Verhältnis kombiniert.

Also gehen wir es mal an

Am Rezept verändere ich nur einen einzigen Punkt. Ich lasse die Hefe weg. Die gebe ich beim Sauerteigbrot nie dazu.
 

Der Sauerteig kann sofort verwendet werden.

Wenn jemand zu Hause noch keinen Sauerteig hat, kann in der Handmade-Kultur erfahren, wie er sich eins selber machen kann. Eine passende Anleitung steht dabei. Nur muss man vor dem ersten Backen etwas Zeit investieren. Und auch auf erziehung-kreativ findet Ihr ein Kapitel zum Thema Sauerteig (Bereitet man den Sauerteig zum ersten mal, so kann die Zugabe von etwas Hefe anfänglich angebracht sein, da die Treibkraft vom Sauerteig noch nicht so ausgeprägt sein muss)


Der fertige Brotteig vor dem Formen
 Der Teig füllt sich etwas fester an, als ich es gewohnt bin. Aber er lässt sich gut formen und geht gut auf.



Beim Gehen gönne ich dem Teig etwas mehr Zeit, da der Sauerteig aus dem Kühlschrank stand, ich keine Hefe benutzt habe und es in der Küche recht kühl ist. Etwa drei Stunden sind normalerweise angebracht, wenn ich nach meinem Rezept backe.

Bei der Backanleitung versuche ich mich allerdings an den Angaben zu halten. Vom Geruch angelockt, bewachen die Kinder mittlerweile den Backofen, damit ich ja nicht den richtigen Zeitpunkt verpasse und das Brot rechtzeitig aus dem Ofen kommt.


Das Ergebnis lässt sich sehen. Etwas Geduld muss man doch noch beweisen. Frisches Brot darf man erst nach einiger Zeit schneiden.
Niemand rührt sich in der nächsten Stunde aus der Küche.


Das Brot ist innen weich und außen sehr knusprig. Es hat einen Geschmack, als wäre es in einem Steinofen gebacken. Und ist eines der besten Brote, die ich jemals gegessen habe. Es verschwindet sofort mehr als die Hälfte. (Mit Gemüsesuppe erziele ich niemals dieses Schmatzen bei den Kindern)

Ein kleines Stück möchte ich noch bis zum nächsten Tag aufheben. Ich habe beim Brot mit Dinkelmehl die Erfahrung gemacht, dass es später sehr fest - fast hart - wird und nicht mehr so gut schmeckt.

Dieses Brot ist allerdings selbst am nächsten Tag noch sehr gut. Die Konsistenz ist zwar fester. Das Brot erscheint innen dunkler, vom Geschmack her ist es aber vielleicht noch besser als am Vortag.

Fazit: 

Ich mag es, wenn Rezepte aus Zeitschriften auf Anhieb gelingen. Das passiert aber nur äußerst selten. Hier merkt man, dass das Rezept sorgfältig ausgesucht und bereits erprobt wurde.
Ein großes Pluspunkt, den sich die Zeitschrift Handmade-Kultur verdient hat.

Zwar gehört das Kochen/Backen zum Selbermachen natürlich dazu. Diese Zeitschrift wird aber vermutlich wegen den Bastel- und DIY-Anleitungen gekauft. Diese Teste ich für Euch das nächste mal. Mein Anspruch ist allerdings gleich, wie beim Kochen. Es sollte auf Anhieb gelingen.

3 Tipps, um es selber zu wagen


  1. Während man für gekauftes Brot etwas mehr Geld ausgibt und trotzdem häufig noch ein großes Stück entsorgt, verschwindet selbstgemachtes Brot spätestens am nächsten Tag wie von selbst. Und falls es einmal nicht so ist, hält es sich länger weich und schmackhaft. 
  2. Beim selbstgemachtem Brot hat man ein wenig mehr Kontrolle über die Zutaten. Nicht nur, dass ich ganz genau weiß, was in meinem Brot drinnen ist, ich kann mich auch für die Sorte und Qualität des Mehles entscheiden, oder bewusst auf Produkte aus der Umgebung setzen. 
  3. Selber Brot zu backen, ist eine Tätigkeit, die einem durchaus hilft, wieder zur Mitte zu finden. Es ist etwas, wofür man sich bewusst entscheidet und es auch tut.  Man spürt und fühlt beim Entstehungsprozess und schmeckt es beim Essen. 

Mein Geständnis

Natürlich kommt es vor, dass ich mal für ein paar Wochen genug habe und keinen Brotteig mehr sehen will. Dann lasse ich es auch zu. Ich kaufe unser Brot und warte mal ab. Früher oder später ist die Sehnsucht nach dem Selbstgemachten wieder da. Spätestens dann, wenn ich merke, dass ich viel von dem Brot, was ich kaufe, wieder wegwerfen kann, weil es keiner mehr anrührt.

Einen Sauerteig kann man übrigens bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. So ist man gar nicht dazu gezwungen, jeden Tag zu backen! 



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