Rezension: Paulas Reisen

3/20/2013 06:08:00 vorm.

Wenn man einfach so sein darf, wie man ist...


 Lesetipp für Kinder

Als Kind wird man sehr oft "der Gegend angepasst" - im Allgemeinen verlangen wir von Kindern, dass sie sich an Regeln halten, über die sie nicht mitentscheiden, oder zum Beispiel dass sie sich so anziehen, wie es in unserer Gesellschaft als "normal", "chic" oder einfach nur passend angesehen wird.

Im Buch Paulas Reisen zeigt Paul Maar Kindern unter anderem, wie angenehm das sein kann, wenn man mal so akzeptiert wird, wie man ist.

Meine Tochter gewann dieses Buch bei einem Malwettbewerb, als sie zwei Jahre alt war. Kinder wurden damal aufgefordert, zu zeigen, wie sie sich eine neue Post (anstelle der Alten, die abgerissen wurde) vorstellen würden. Meine Prinzessin malte den Regenbogen. Es war bei uns gerade die Regenbogenphase und es kümmerte sie recht wenig, was man von ihr wollte. Selbstzufrieden gab sie ihr Bild ab und Monate später wurde sie aufgefordert, ihren Preis entgegen zu nehmen, da sie die jüngste Teilnehmerin war. Sehr passend wurde ihr dieses Buch überreicht, aus dem wir ganz oft vorgelesen haben.

Es ist beruhigend, zu wissen, dass man es nicht allen recht machen muss und dass kleine Paulas auch im Alltag Schlupflöcher finden :) - manchmal zumindest.


Bildquelle: Amazon.de



Paulas Reisen 
von Paul Maar 
mit Illustrationen von Eva Muggenthaler
(Verl. Tulipan, 2007)




Zum Inhalt des Buches


Paula begibt sich in ihren Träumen auf eine Reise und findet sich im Land der Kreise wider. Doch eigentlich passt sie mit ihrem karrierten Pyjama und ihren geraden Haaren nicht so richtig daher. Da muss noch viel verändert werden. Paula kann den Kreisen entkommen, doch im Land der Ecken läuft es nicht viel besser. Ähnliche Erfahrungen sammelt Paula auch im Land der roten Töne oder im Land Kopfunter. Erst im Bettenland fühlt sie sich besser aufgehoben.


 Unsere Lieblingspassage: 


"Nun bring man der Paula bei, was hier zu beachten sei: 
Allerstrengstens ist verboten der Besitz von Knäckebroten.
Auch (was ganz besonders schade) der Besitz von Schokolade.
Jedenfalls und überhaupt ist nichts Eckiges erlaubt."


 

Fazit: 

Anderssein ist OK, alles andere wäre unnatürlich - diese wertvolle Lektion lernen die Kinder beim Lesen des Buches. Und vielleicht stimmt dieses Buch auch mal uns Eltern etwas nachdenklich - zum Beispiel, wenn wir ähnlich wie König Eckenbart nur eine Sicht der Dinge für akzeptabel halten.


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