Ein Lese-Geständnis

10/25/2012 10:53:00 vorm.


Geeignete Literatur für Kinder?

Mein Sohn liest Gregs Tagebücher. So - jetzt ist es raus. Mein Sohn ist gerade neun Jahre alt und findet in diesen Büchern scheinbar genau das, was ihn interessiert. Er liest über den Alltag, die Sorgen und Hoffnungen von Gleichaltrigen.

Gregs Tagebücher


Jedes Buch, das mal in die Mode gerät, wird scharfer Kritik unterzogen (gar nicht so sehr seitens der Kritiker) und spaltet die Leserschaft in zwei Gruppen. Bei Gregs Tagebüchern ist es so, bei Harry Potter hat es sich ähnlich verhalten. Da gab es einerseits die Gruppe von jenen, die sich von Buch zu Buch fieberten, und dann waren noch diejenigen da, die bereits wussten, so ein Buch würden sie nie angreifen, noch bevor sie es mal durchgeblättert haben.

Für uns Eltern ist es manchmal schwer geeignete Literatur für unsere Kinder auszuwählen. Vor allem dann, wenn es darum geht, welches Buch der Nachwuchs in der Schule präsentieren sollte. Leider wollen die Kleinen keinen Dostojewski lesen und beim Vorlesen könnte es uns passieren, dass wir einnicken. Anspruchsvolle Literatur verträgt sich selten mit dem anspruchsvollen Familienalltag.

Worauf ich hinaus will?
Ich möchte mich dafür aussprechen, dass wir uns bei der Auswahl der geeigneten Literatur mehr nach den Interessen der Kinder richten als nach dem allgemeinen Ansehen, welches die ausgesuchten Bücher in Bezug auf ihre Qualität genießen.

Kinderbücher als Quelle der Erkenntnis?

Und wisst Ihr was? Auch ich blättere gerne in Kinder- oder Jugendbüchern. Sei es Gregs Tagebuch oder Yoda, ich bin! Alles ich weiß! von Thomas Angleberger. Und zu meiner Überraschung habe ich aus diesen Büchern viel gelernt. Nicht nur über die Welt der Kinder und ihre Bedürfnisse, sondern auch über uns Eltern. Und habt Ihr mal keinen geeigneten Erziehungsratgeber bei der Hand, dann greift Euch mal doch eines dieser Bücher und lest oder besser noch lest vor! Das genießen dann selbst die Neunjährigen.


Tipps für die richtige Auswahl von Kinderbüchern

  • Wenn möglich, lasst das Kind bei der Wahl des Buches mitentscheiden
  • Berücksichtigt die Lesefähigkeiten Eures Kindes – ein Buch sollte nicht überfordern, aber auch nicht unterfordern.
  • Wir neigen sehr oft dazu, das Verständnis der Kinder zu unterschätzen und wählen deshalb einfachere Texte (zum Vorlesen) aus. Doch selbst unterhaltsame Kindebücher können gut geschrieben sein. Selbst der häufig so farbige Einband verrät noch nichts über die Eignung des Textes
  • Verurteilt nicht die Literatur, die Euer Kind selber aussucht. Habt Ihr Bedenken in Bezug auf die Eignung der Inhalte für seine Altersstufe, äußert sie, ohne den Geschmack des anderen zu beleidigen. 

Tipps für das Vorlesen

  • Lest Euren Kindern (wenn möglich) regelmäßig vor. Das stärkt die Bindung und Ihr habt in Gesprächen die Möglichkeit Euer Kind und seine Weltsicht besser kennenzulernen
  • Sucht bewusst Bücher aus, die auch Euch Spaß beim Vorlesen machen. Wenn Ihr selbst gespannt seid, wie das ausgeht, werden das Eure Kinder auch sein.
  • Wenn es sich ergibt, sprecht mit Eurem Kind über das Gelesene. Stellt Fragen. Vor allem offene Fragen mit den W-Fragewörtern (wie, wann, weshalb, warum, wozu…) eignen sich hervorragend für solche Gespräche.
  • Lasst öfters auch Euer Kind entscheiden, welche Geschichte es hören will.
  • Versucht passend zum Buch die Stimme etwas abzuwechseln, die Geschichte somit spannender für den Zuhörer machen. Die ganz Mutigen, können den Text zum Beispiel als Puppentheater darstellen.
  • Und habt Ihr mal gar keine Lust zum Vorlesen, dann seid doch Zuhörer und bittet Euer Kind, Euch vorzulesen oder eine Geschichte zu erzählen.

Fazit

Mein Kind liest sehr viel, sehr gerne und ganz unterschiedliche Bücher.Ich freue mich darüber. Manchmal werde ich mit Meinungen konfrontiert, die das Lesen von Comics oder der modernen Kinderliteratur eher missbilligen. Nur die Klassiker wären richtig lesenswert - übertrieben gesagt ;).Wirklich???
Bei mir ist es so, dass ich gerne ein Buch selber lese, bevor ich mir eine Meinung bilde. Und dieses Recht möchte ich auch meinen Kindern eingestehen.

Und welche Frage stelle ich Euch heute? Traut sich da auch wirklich jemand eine ehrliche Antwort zu geben??? Also:

Welches Kinder- oder Jugendbuch hat Euch das letzte Mal so richtig gut gefallen?


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