Experiment: Fingerfarben aus Milch

10/04/2012 02:11:00 nachm.

Farbenexperiment Nr. 1 - Bunt, bunt, bunt...


Im Sommer habe ich meine Kinder in die Bücherei begleitet und während sie sich nach geeigneter Leselektüre umgeschaut haben, habe ich in einigen Bastelbüchern geblättert. Dabei entdeckte ich ein Rezept für Milchfarbe, das ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte.

Erst einige Wochen später bekam ich richtig Lust, es auszuprobieren. Die Idee gefiel mir deshalb sehr gut, da die Farbe leicht selber gemacht werden kann und nur aus natürlichen Bestandteilen besteht. Leider konnte ich mich an die ursprüngliche Anleitung nur wage erinnern, also habe ich einfach etwas herumexperimentiert.

Milchfarbe - das braucht man dazu:


  • ca. 1/2 möglichst fettfreie Milch
  • Lebensmittelfarbe od. Farbpigment 
  • ein Sieb
  • einige leere Gläser oder Behälter

Und so wird es gemacht: 


Gießen Sie die Milch in einen Behälter und lassen sie es einige Tage unverschlossen stehen (nicht im Kühlschrank).

Milchfarbe

Nach einigen Tagen verändert sich die Konsistenz der Milch. Es entsteht eine durchsichtige eher wasserartige Schicht, unter der sich eine quarkähnliche dickflüssige Flüssigkeit befindet.

Nun können Sie die Schichten mit Hilfe von Sieb und Schüsseln oder größeren Gläsern trennen.

Flüssigkeiten trennen

Bei diesem Versuch verarbeitete ich anschließend beide Schichten - die dickere Schicht zu einer Fingerfarbe und die klare Flüssigkeit zur Wasserfarbe. Ich mischte einfach Lebensmittelfarbe dazu. Es entstand in beiden Fällen ein pastelltöniges Grün.

 
 

Die Fingerfarbe war sehr leicht zu verrühren. Ich löste die Lebensmittelfarbe vorher mit ganz wenig Wasser auf. Die Farbe deckte zwar nicht hundertprozentig, doch es entstand eine richtige Struktur beim Malen, die nach dem Trocknen sichtbar blieb.

Für den zweiten Versuch verwendete ich die durchsichtige Flüssigkeit. Hier überraschte mich das Ergebnis. Die Farbe konnte man gleichmässig vermalen und das helle Pastelgrün sah schön aus.

Rezept für natürliche Wasserfarbe

Fazit: 
Sucht man eine ungiftige Farbe, so ist die Milchfarbe vielleicht eine Möglichkeit. Der große Nachteil besteht darin, dass das Endprodukt - nämlich die Farbe - etwas übel riecht. Das konnte ich zum Beispiel während des Reifungsprozesses der Milch nicht beobachten. Erst beim Verrühren wurde ich unangenehm überrascht. So besteht allerdings auch kaum Gefahr, dass Kleinkinder diese Farbe in den Mund nehmen.
Die Haltbarkeit der Farbe habe ich nicht getestet. Möglicherweise ist die Farbe einige Tage noch im Kühlschrank haltbar, aber vielleicht sollte man lieber nur die Menge zubereiten, die man auf einmal verbraucht.

Wer sich für das Herstellen von natürlichen Farben aus Pflanzen interessiert, dürfte mit diesem Buch sehr gut beraten sein: Werkstatt Pflanzenfarben

Ebenso lesenswert und interessant

0 Kommentare

So, und jetzt bist DU an der Reihe. Hier ist der Platz für Fragen, Rückmeldungen und Gedanken - einfach für DEINE Worte.