Was wir in Büchern über das Lernen lesen...

9/27/2012 02:22:00 nachm.

Lernen, lernen, lernen? 


Mit September kommt zumindest in Österreich alljährlich der Schulstart. Und somit sehen sich viele Familien mit dem Thema Lernen konfrontiert. Was ist hier das beste? Wie kann ich mein Kind unterstützen? Worauf sollen wir Eltern achten? Leidet mein Kind unter zu viel Streß in der Schule? Fragen über Fragen.

Auch in diesem Monat präsentiere ich Euch einige Zitate aus aktuellen und weniger aktuellen Büchern. Diesesmal ist der Autor direkt beim jeweiligen Absatz angegeben - der Übersichtlichkeit wegen.

Vergangene Ausgaben der Rubrik >>>Was wir in Büchern lesen...<<<
Juni 2012 - Die Welt der Kinder in den Bücherzitaten
Juli 2012 - Wer hat was über Erziehung geschrieben?
August 2012 -Wie war das mit der Kreativität?

Ich bevorzuge es, in diesem Falle die Zitate nicht zu kommentieren. Sie werden einfach nur so aneinandergereiht. Ausgelöst aus ihrer ursprünglichen Bedeutung und mehr oder weniger durch Zufall ausgesucht. Das Interessante an dieser Methode ist, dass man denoch einen Einblick ins Thema bekommt, dass einem Sachen auffallen, die einem vorher nicht so bewusst waren. Man sieht vielleicht die Zusammenhänge etwas deutlicher. Lest Euch die Zeilen einfach mal durch und beobachtet dabei Eure Assoziationen, Gedanken und hier und da aufsteigende Gefühle.

Bücherzitate zum Thema Lernen:


"Wenn es stimmt, dass sich Kinder als aktive Lerner ihr Weltwissen selbst aufbauen, dann muss es auch stimmen, dass sie dies am besten entlang ihren eigenen Fragen, Themen oder Problemen tun, die aus ihrer eigenen Erfahrungswelt stammen. Es hilft eben nichts, Kindern etwas zu lehren, wozu sie noch gar nicht bereit sind."
(R. Henneberg, L. Klein, G. E. Schäfer in Das Lernen der Kinder begleiten, 2011, 42f)



"Viele der in diesem Buch vorgeschlagenen Ideen zielen darauf ab, Selbstvertrauen zu entwickeln. Das wiederum dient als Basis, von der aus die Kinder den Mut entwickeln sollen, sich im Klassenraum etwas zu trauen. Ihre "Traute" besteht aus Fähigkeiten und Fertigkeiten, die gelehrt werden können: Verständnis- und Informationsfragen stellen, etwas hinterfragen, eigene Fehler zugeben und sie als integrativen Bestandteil des Lernprozesses erkennen, Entscheidungen fällen und eine begründete Auswahl treffen." 
(P. Sanders, L. Swinden in Lieben, Lernen, Lachen, 2006, 11f)




" So gelingt das Lernen
Vom Konkreten zum Allgemeinen, von der Erfahrung zur Erkenntnis, von der Praxis zur Theorie - diese Lernwege entsprechen der Entwicklung des kindlichen Denkens. Man kann nicht gegen die kindlichen Bedürfnisse arbeiten, nur mit ihnen."
(Eltern Kursbuch Grundschule, 2006, 67)




"Erfahrungswissen entsteht eben in Alltagszusammenhängen. Kinder erfahren dabei, wie Dinge zusammenhängen, wie sie funktionieren, welche Bedeutung sie haben und wie sie benutzt werden. Bloß, es braucht Erwachsene, die den Mut haben, sich auf solche für sie gänzlich ungewohnte Situationen einzulassen." 
(R. Henneberg, L. Klein, G. E. Schäfer in Das Lernen der Kinder begleiten, 2011, 43)



"Was Kindern Spaß macht, können sie meistens auch sehr gut. Leider gehören nicht immer die Schulfächer dazu. Umso wichtiger ist es, dass Kinder außerschulische Interessen entwickeln und auch dafür Lob und Anerkennung bekommen. (...)
Hinzu kommt, dass die Talente, die Kinder entwickeln, ihr natürliches Potential sind. (...) Die schulischen Anforderungen können mit diesen Talenten übereinstimmen, müssen es aber nicht."

(Ch. und D. Konnertz in Gern-Lern-Buch von Jako-o, 11)




"Auch Kinder bringen oft die Vorstellung in die Schule mit, daß Lehrer wandelnde Lexika sind, die Fakten und Informationen nur so hervorsprudeln, und nicht Menschen, denen es am Herzen liegt, den Kindern zu zeigen, wie man lernt und Möglichkeiten findet, sich die Welt zu erschließen. Der Wunsch nach einem allwissenden Lehrer hat seine Wurzeln in der kindlichen Vorstellung, daß die Eltern alles wissen und alles wissen und alles verstehen. " 
(I. Salberger-Wittenberg, G. Henry-Williams, E. Osborne in Die Pädagogik der Gefühle, 44f)




"Es ist nicht Ihre Aufgabe, die Hausaufgaben Ihres Kindes zu überprüfen. Auch nicht an erster Stelle die seines Lehrers. Sondern die Ihres Kindes. Und dann erst die des Lehrers."
(Ch. Eichhorn in Bei schlechten Noten helfen gute Eltern, 86)



"Wenn wir Kinder über längere Zeiträume beobachten, stellen wir fest, daß es gewisse Phasen gibt, in denen sie sich auf bestimmte Dinge stürzen und diese tage- oder wochenlang angehen. Deshalb sind sie zeitweise besessen von bestimmten THEMEN,(...)"
(V.F. Birkenbihl in Jungen und Mädchen wie sie lernen)




"Insofern sollten Eltern die Leistungserwartungen an die eigenen Kinder - aber auch an sich selbst - mit Augenmaß treffen, denn nichts ist für das Gehirn frustrierender, als die Ziele unterreichbar hochzuschrauben.
(...)

Zu glauben, man könne Kinder zum Lernen in der Schule abgeben, wäre zu einfach. Die Hirnforschung zeigt, dass Kinder immer lernen - auch und vor allem zu Hause."
(Martin Korte in Wie Kinder heute lernen)


"Eigenes Lernen der Eltern ist eine der stärksten Botschaften über die Bedeutung von Lernen ans Kind."
(Ch. Eichhorn in Bei schlechten Noten helfen gute Eltern)




Die Liste aller hier heute verwendeter Bücher: 

Das Lernen der Kinder begleiten Lernen, lieben, lachen Eltern Kursbuch Grundschule Das Gern-Lern-Buch von Jako-o

Pädagogik der Gefühle Bei schlechten Noten helfen gute Eltern Jungen und Mädchen wie sie lernen Wie Kinder heute lernen

Fazit:
Während ich die Zitate durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, wie Wichtig ein Gleichgewicht im Zusammenhang mit dem Lernen zu sein scheint. Nicht nur was die Inhalte betrifft - Wissenswertes gibt es nicht nur in der Schule sondern auch im Alltag, sondern auch was die Verteilung von Rollen betrifft - nicht nur Lehrer sind für das Wissen der Kinder verantwortlich. 
Das Thema Lernen und Schule ist, obwohl man es manchmal außer acht lässt, sehr eng mit Emotionen verbunden. Gefühle kochen in uns hoch, Angst kann uns überwältigen, Freude kann das Lernen an sich erleichtern - egal ob wir Schüler, Eltern oder Lehrer sind.
Deshalb frage ich Euch, meine lieben Leser: 

Was lösen in Euch diese Zitate aus? Gibt es etwas, an dem ihr zweifelt? Gibt es Sätze, die ihr nicht für richtig hält? Oder müsst ihr einer bestimmten Aussage einfach nur zustimmen?

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