Mit Kindern Musik und Kunst entdecken

9/05/2012 02:55:00 nachm.


Haus des Staunens - Geheimtipp für Familien

Museum für Familien mit Kindern
Haus des Staunens

Eigentlich hatte ich schon ziemlich schlechtes Gewissen, dass ich nie über Kreativität in Verbindung mit Rhythmus oder Musik schreibe. Das liegt daran, dass ich über keinerlei musikalische Begabung verfüge. Das dachte ich jedenfalls, bis ich in Gmünd (Kärnten) eines Besseren belehrt worden bin. Im hiesigen Haus des Staunens ist man nämlich überzeugt, dass jeder Mensch Musik für sich entdecken kann. Und noch besser, hier geben sie diese Meinung auch an ihre Gäste weiter.

Musik zum Angreifen


Unter der künstlerischen Leitung von Manfred Tischitz ist in diesem ehemaligen Altersheim in Gmünd das Pankratium entstanden. Hier darf nicht nur gestaunt werden, hier soll man auch mitmachen. Und das ist das schöne an dem Konzept, das mich vor allem durch die Berücksichtigung und gelungene Umsetzung der modernen didaktischen Ansichten beeindruckt hat.


Wasser und Klang
Sichtbare Klangwellen auf der Wasseroberfläche


So erfahren Kinder nicht nur, dass mit Hilfe von Wasser der Klang einer Schalle sichtbar gemacht werden kann. Sie sehen es mit eigenen Augen und können es selber auch ausprobieren. Solche Erlebnisse werden in unserem Gehirn nachhaltiger gespeichert, als wenn wir es nur erzählt bekommen. Eigenes Experimentieren ist wichtig. Und wir sind erst am Anfang.

Kreatives Lernen braucht ein Gleichgewicht zwischen Anleitung und Möglichkeit zum selbständigen entdecken


Auch bei einigen weiteren Stationen spielt Wasser eine zentrale Rolle.

Gläser im Pankratium
Installation mit bewegten Gläsern


Das "stille" Wasser beeindruckte uns sehr. Durch die verfremdete Erscheinung wüssten wir ohne unseren Begleiter wahrscheinlich gar nicht, dass es sich um Wasser handelt. Aber hier entstehen dann erst die Fragen: Wie kann es sein, dass der fließende Wasserstrahl eher wie ein Lichtschwert aussieht? Und wie ist es möglich, dass es so leise ist? Wir hören doch kein Wasser pritscheln... 


das stille wasser
Das stille Wasser

Musik ist im Alltag allgegenwärtig - man muss nur genau hinhören

Konventionellen Musikinstrumenten begegnet man im Haus des Staunens eher sporadisch. Obwohl es hier wohl die größte Geige der Welt gibt, auf die man noch spielen kann. Dafür macht man aber die Erfahrung, dass man auch mit Alltagsgegenständen interessante Rhythmen zaubern kann.


Installation mit Töpfen
Das tropfende Wasser mit Töpfen

Selbermachen ist möglich und wichtig

Musikinstrumente kann man selber bauen.  Das zeigt in der Ausstellung der Wiener Künstler Hans Christian Tschiritsch mit seinen Werken. Hier durften die Kinder jede Menge Inspiration mit nach Hause nehmen. Später waren sie jedoch etwas enttäuscht, als ich mich als wahrer Spielverderber gezeigt habe und ihnen unsere Haushaltsgeräte nicht zum Zerlegen geborgt habe.


andersartige Musikinstrumente
Unkonventionelle Musikinstrumente - nicht nur zum Anschauen, auch zum Spielen gedacht

Der Garten im Pankratium


Das Pankratium hat allerdings nicht nur ein interessantes Innenleben - sondern auch draußen lässt sich jede Menge erkunden. Im großen Garten hinter dem Haus darf man große Musikinstrumente entdecken und bespielen. Wem das zu langweilig wird, kann versuchen übergroße Seifenblasen zu fabrizieren.


Sitzgelegenheit im Hof des Pankratium
Ein einladender Hof

Musikinstrumente im Garten
Musikinstrumente im Garten
FAZIT:
Im Pankratium ist dem Team eine ausgeglichene Kombination zwischen Lernen und Spielen gelungen. Kunst, Musik und Kreativität im Allgemeinen stehen dabei im Zentrum . Den Besuch hier kann ich jedem empfehlen, der mal in die Umgebung von Gmünd in Kärnten kommt.

Auf der Webseite von Pankratium erfährt Ihr die notwendigen Informationen für Euren Besuch.

Wir haben hier vor allem die Offenheit geschätzt, mit der man den Besuchern begegnet, und die einladende Atmosphäre, die auch tatsächlich zum Spielen und Mitmachen animiert. Besonders interessant war es, etwas über die Verbindung zwischen Musik, Kunst und Bildern zu erfahren. Aber dazu etwas mehr ein anderes Mal...


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