Was wir in Büchern über Kreativität lesen...

8/19/2012 12:44:00 vorm.


Wie war das mit der Kreativität?

Das monatliche Literatur-Ratespiel mal anders



Heute habe ich mich entschlossen, dieses kleine Spielchen mit den Zitaten etwas anders zu gestalten. Da ich Zeilen aus Büchern von eher unbekannten Autoren ausgewählt habe, wäre es zu schwer den Verfasser zu raten. Es ist ja schon bei Kinderbüchern schwierig genug und die haben wir ja fast alle gelesen (oder lesen sie jetzt noch). 

Heute findet sich also alles in einem Artikel – Zitate, Autoren, Büchertitel. Wer trotzdem noch Herausforderung sucht, darf nicht sofort ans Ende des Artikels scrollen, denn dort befinden sich die Bücher abgebildet. 

Über Kreatives in der Fachliteratur

„Für das Kind ist das Leben 
ein kreatives Abenteuer.“

Mit diesem Zitat möchte ich heute anfangen und es zu einem Motto dieses Artikels erklären. Es stammt von den Autoren der folgenden Zeilen:




„Die Malerei wird wiederentdeckt in dem Gekritzel, welches das Kind >Wauwau< nennt. In dem Vergnügen, das es empfindet, wenn es einen Klumpen Ton zu einer Schlange ausrollt, stößt es auf die Anfänge der Bildhauerei. Zum Ursprung der Mathematik gelangt es, wenn es feststellt, dass der Lehm, der die Form einer Schlange angenommen hat, seine Menge gegenüber dem ursprünglichen Klumpen nicht verändert hat. Und die Geschichte der Musik beginnt in dem Augenblick von neuem, da das Kind sich am rhythmischen Klatschen seiner Hände erfreut.“



Das Kreative in uns ist zwar etwas besonderes, aber nicht Außergewöhnliches. Es gehört zum Alltag und hängt sehr eng mit dem Wahrnehmen der Welt und dem Lernen zusammen. Auch im Erwachsenenalter können wir der Kreativität in dieser Hinsicht viel abgewinnen. 


„Momente der Selbstvergessenheit. Ein Mädchen sitzt in der Krone einer Birke, die vom Wind geschaukelt wird, und träumt in den Tag. Ein Junge formt stundenlang Sand zu Haufen, und vor seinem geistigen Auge erscheinen Burgen und Schlösser, bevölkert mit phantastischen Gestalten. Jeder von uns erinnert sich an Augenblicke seiner Kindheit, in der Zeit noch etwas anderes war.“ 

Auch in unserer schneller und recht hektischen Welt sollten wir nicht vergessen, wie wichtig Momente des scheinbaren "Nichts-Tuns" im Alltag sind. Es handelt sich nämlich um die Augenblicke, in denen das Gelernte verarbeitet wird, in denen wir uns die nötige Entspannung holen und in denen unsere  Phantasie ihre volle Kraft entfalten kann. Man darf auch mal keine offensichtliche Leistung vollbringen!


„Das Spielen mit und auf Instrumenten bereitet allen Kindern Freude. Kinder suchen sich geradezu Materialien und Gegenstände, mit denen sie Musik machen können. Es gibt sicherlich kaum ein Kind das nicht liebend gern mit Mamas Kochtöpfen Töne oder Geräusche erzeugt.“  


Kinder leben ihre Kreativität spontan aus. Sie sind fast ständig am Tüfteln, was man mit dem einen oder anderen Gegenstand anstellen könnte. Wie und wozu man es verwenden könnte. Das ist einerseits sehr schön und Räume, wo sie es auch dürfen, sind durchaus für die kindliche Entwicklung sehr wichtig. Andererseits heißt das auch, dass die Interessen und Vorstellungen der Erwachsenen mit denen der Kinder unweigerlich zusammen prallen. Hier ist es an uns Eltern das richtige Gleichgewicht zwischen Grenzen und dem nötigen Freiraum zu finden. Und das ist oft schwieriger als es scheint.


"Neugierige Kinder scheinen vielen von uns mitunter sehr anstrengend - jedoch haben wir oft erlebt, wie hilfreich es ist, stets zu berücksichtigen: Neugierde bewirkt, dass sich Kinder neuen Dingen zuwenden, um Zusammenhänge zu erkennen und zu lernen."


Kreative Menschen werden oft als besonders hartnäckige Menschen beschrieben, die ihre Idee über Hindernisse bis zu deren Verwirklichung verfolgen und dabei sogar bereit sind, unkonventionelle Wege zu gehen. Einem Kind gegenüber zu stehen, dass gerade so eine Idee im Kopf hat, ist für Eltern oft nicht einfach. Manchmal erfordert es eben, dass auch wir Eltern offener werden, unser Denken verändern. Dennoch - Kreativität hat durchaus auch ihre Vorteile und gehört in unser Leben. 


"Um im Alltag bestehen zu können, brauchen Kinder Selbstvertrauen, ein stabiles Selbstwertgefühl, dass sie stark genug macht, auch Belastungen zu ertragen und den Anforderungen von außen gewachsen zu sein.
Ein solches Selbstwertgefühl entwickelt sich nur, wenn Kinder die Erfahrung machen können, dass sie selbst etwas bewirken und verändern können, dass ihre Anstrengung Erfolg hat und sie ihre eigene Kompetenz erfahren können.
Bewegungsituationen können vor allem bei jüngeren Kindern wesentlich dazu beitragen, das Gefühl zu entwickeln, selber etwas zu schaffen und leisten zu können."

Es scheint ein Kreislauf zu sein. Um wirklich zu eigener Kreativität stehen zu können, braucht man Mut. Denn oft heißt es, die eigenen Ideen auch ohne Rücksicht auf die Meinung anderer zu verfolgen bzw. gegen die allgemein geltenden Regeln zu verstoßen. Andererseits sind es die Erfahrungen, dass man etwas geschafft hat, die das eigene Selbstvertrauen stärken. 


"Erkenntnisse und Erfahrungen, die in kreativ gestalterischen Prozessen erworben werden, werden gleichermaßen auch andere Situationen übertragen. Die wesentlichste und grundlegendste Erfahrung, die Kinder aus kreativen Prozessen ziehen können, ist das Bewusstsein über die Fähigkeit, selbständig Probleme lösen zu können (...) Somit ist die Förderung der Kreativität des Kindes eine Förderung seiner Lebenskompetenz."

Und wie das mit der Förderung im Kindergarten oder im Familienalltag gut gelingt, zeigen die Autoren des nächsten Zitats in ihrem Buch, das mit vielen Fotos experimentierender Kinder ergänzt ist. Falls Ihnen dieses Buch mal zufällig in die Hände fällt, blättern Sie es auf jeden Fall durch. 


"Ich habe schon öfter erlebt, dass Experimente mit Lebensmitteln auf Kinder eine eigene Faszination ausüben. Deshalb spüre ich an dieser Stelle keinen Impuls, mich einzumischen. Außerdem gehören die Kekse Aaron und seinem Freund, und sie können schon deshalb selbst darüber bestimmen, was sie damit tun."

Es gibt viele Wege, wie man die Kreativität bei Kindern fördern kann. Nicht jeder Weg mag für jedes Kind, jede Familie, jeden Lehrer, jede Erzieherin der richtige sein.


"Kreativität ist für unser Land das Wichtigste. Es ist verheerend, dass wir so wenig Leute haben mit Freude an Kreativität. Jedes Kind steckt voller Ideen. Aber man sagt mir, nach ein paar Schuljahren ist es vorbei damit. Weil man sie in ein Korsett presst, das ihnen überhaupt nicht liegt."

Vermutlich ist es auch der Autorin dieser Zeilen zu verdanken, dass sich Schulen und andere Institutionen kreativen Projekten und Experimenten mehr geöffnet haben.  


Die Bücherübersicht


Die hier verwendeten Zitate stammen aus diesen Büchern in dieser Reihenfolge.




Zitat Nr. 1: Goleman Daniel u.a.: Krativität entdecken
Zitat Nr. 2: Wehr Marco: Welche Farbe hat die Zeit? Wie Kinder uns zum Denken bringen.
Zitat Nr. 3: Gulden Elke, Scheer Bettina: Musik, Rhythmus & Klang
Zitat Nr. 4: Orban Rainer, Wiegel Gabi: Ein Pfirsich ist ein Apfel mit Teppich drauf
Zitat Nr. 5: Zimmer Renate: Kreative Bewegungsspiele.
Zitat Nr. 6: Braun Daniela: Handbuch Kreativitätsförderung
Zitat Nr. 7: Hennenberg Rosy u.a.: Das Lernen der Kinder begleiten.
Zitat Nr. 8: Elschenbroich Donata: Weltwissen der Siebenjährigen.






Ebenso lesenswert und interessant

0 Kommentare

So, und jetzt bist DU an der Reihe. Hier ist der Platz für Fragen, Rückmeldungen und Gedanken - einfach für DEINE Worte.