Kann man Kreativität planen?

6/28/2012 12:27:00 nachm.

So können Sie Kreatives leichter im Alltag unterbringen

Ohne kreative Unternehmungen zu planen, bleibt für sie im Familienalltag meistens keine Zeit.

Ich verbringe mit meinen Kindern gerne die Momente, in denen wir gemeinsam malen, basteln, oder komplizierte Kugelbahnen aufbauen. Es gibt noch viel, was ich ihnen gerne zeigen, und noch mehr, was ich mit ihnen gemeinsam entdecken möchte. 

In meinem Kopf liefern sich die Ideen einen Wettstreit, welche die nächste sein wird, die wir umsetzen. 

Nur so einfach ist es gar nicht. Im Familienalltag scheint bei uns (bei mir) manchmal ein akuter Zeitmangel zu herrschen. Viele kreativen Ideen (die meinen oder die der Kinder) bleiben liegen und geraten sogar in Vergessenheit, während wir auf den richtigen Moment warten. „Das machen wir, wenn wir genügend Zeit dafür haben!“, heißt es dann bei uns.

Wann hatten Sie das letzte Mal so richtig Zeit für Ihre Kreativität?

Einige von Ihnen werden sich jetzt vielleicht mit schlechtem Gewissen verteidigen, dass es eben im Alltag mit den ganzen Pflichten und der Verantwortung, die man trägt, schwierig sein kann, Zeit für Kreativität zu finden. 

Andere werden jedoch antworten: „Erst unlängst, als ich mir die Zeit genommen habe, um...“

Und in diesem Satz liegt nun das Geheimnis verborgen:
Man darf Kreativität im Alltag fix planen, denn dann haben die eigenen Ideen mehr Chance auf Verwirklichung. 

3 Regeln für das erfolgreiche Zeitmanagement:


a) Versuchen Sie nicht zu viele Ideen auf einmal umzusetzen.

Ich nehme mir oft einfach viel zu viel vor. Im Kopf geht es ja einfach. Der Pullover ist so schnell gestrickt, dass noch genügend Zeit übrig bleibt, um mit Kindern Bilder zu malen, mehrere Bücher zu einem interessanten Thema zu lesen und darüber noch schnell einen Blogbeitrag zu schreiben. Der Haushalt ist dann natürlich auch noch perfekt und sämtliche Arbeit erledigt. In den Vorstellungen gelingt alles auf Anhieb.
Doch in der Realität ist es empfehlenswert, sich zunächst nur eine Sache vorzunehmen.

Diese kreative TO-DO-Liste kann Ihnen beim Planen helfen.

b) Suchen Sie sich nach Möglichkeit eine fixe Zeit, in der Sie sich entweder alleine oder mit anderen Ihrem kreativen Hobby widmen.

Gewohnheiten begegnen wir im Alltag mit viel weniger Widerstand. Es spricht also nichts dagegen auch die Zeit für Kreativität zur Gewohnheit zu machen.

c) Schränken Sie Unterbrechungen in dieser Zeit ein. 


Manche Angelegenheiten können warten – und manche Menschen auch. In diesem Moment sind Sie und Ihre Ideen wichtig. Sie brauchen diese Zeit für sich. Stellen Sie ruhig klar, dass Ihnen diese Zeit, die Sie sich für Kreatives nehmen, wichtig ist.


Zeitplanung hilft kreative Ideen zu verwirklichen
Sich Zeit nehmen für Kreatives


Es hat Vorteile, wenn man Kreatives fix im Alltag einplant


Kreativität ist etwas Natürliches, man kann sie selten erzwingen. Die Vorstellung, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt kreativ sein sollte oder müsste, wird vermutlich nicht nur mich abschrecken. 

Das ist aber nicht der Sinn. Kreativität braucht ihre Zeit und so kann sie von einem für sie reservierten Rahmen profitieren: „Der Mensch darf Kreativität nicht wollen – er muss sie zulassen“, schreibt Bertram Weiß in seinem Artikel Das Atelier im Kopf (GEOkompakt Nr.28) 

Schaffen Sie eine fixe Zeit für Ihre Kreativität!


Es sind nicht nur die Zeiten des Schaffens wesentlich. Die Pausen, Entspannung und Loslassen gehören genauso zum Prozess dazu. Sie brauchen sich nicht unter Druck setzen, wenn Sie merken, dass Sie mit dem, was Sie sich vorgenommen haben, nicht in der geplanten Zeit fertig werden – entweder, weil die rettende Idee ausbleibt, oder weil die Arbeit in der reservierten Zeit nicht erledigt werden kann. 

Räumen Sie ruhig nach der abgelaufenen Zeit alles weg. Sie wissen ja, wann Sie wieder Zeit für Ihre Kreativität haben und was Sie dann tun möchten. Entspannen Sie sich, denken Sie an etwas anderes und lassen Ihr Projekt in der Zwischenzeit ruhen. 

Wie Marcus Raichle 2001 festgestellt hat, dürfte sich unser Gehirn in der Zwischenzeit weiter mit der Materie beschäftigen. Das heißt, in einer Woche fällt Ihnen vielleicht alles leichter, obwohl Sie während der Pause an Ihrem Projekt gar nicht gearbeitet haben.

VON-BIS: Der Zeitraum für Kreativität hat einen Anfang und ein Ende


Obwohl Zeitdruck und Stress unserem kreativen Denken nicht sehr förderlich sein dürften, so ist es manchmal beruhigend zu wissen, dass auch diese Aufgabe mal fertig und abgehackt ist. 

Vor einiger Zeit habe ich die Wände unseres Kinderzimmers gestrichen. Am Anfang ist es zügig gegangen. Doch gegen Ende kamen die Zweifel. Würden die Farben auch gut zusammen passen? Würde es denn Kindern gefallen, obwohl ich mich gegen blau und rosa entschieden habe? Und sind da nicht Flecken an der Wand zu sehen? Sollte ich das Ganze vielleicht ganz umgestalten und schnell mit anderen Farben streichen? 

Ohne eine Ziellinie vor den Augen arbeitet sich schwer. Die Motivation schwindet und der Kopf fängt an zu zweifeln. Die Umsetzung bzw. Verwirklichung einer Idee ist die letzte Phase eines kreativen Prozesses und emotional nicht die einfachste. Es kommen Zweifel auf, aber auch Angst vor der Reaktion anderer, übertriebene Selbstkritik verbunden mit der Angst vor eigenem Versagen. Aber auch Hochgefühl und Selbstbestätigung, weil man die selbstbestimmte Aufgabe erfüllen konnte. Ein festgesetzter Zeitpunkt, an dem alles fertig ist, kann in dieser Phase besonders hilfreich sein.


FAZIT
Wenn Sie also schon länger vor haben, kreativ zu werden und sich auch Ihrem Hobby wieder intensiver zu widmen - vielleicht sogar gemeinsam mit Ihren Kindern - und der richtige Augenblick einfach nicht kommt, dann lohnt es sich selber aktiv zu werden.

Nehmen Sie sich die Zeit. Reservieren Sie sich ruhig ein Termin dafür in Ihrem Kalender. Einmal angefangen werden Sie Ihr Projekt leichter fortsetzen und auch zu Ende bringen.


Und für welches Hobby nehmen Sie sich gerne die Zeit?





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