Müssen Eltern kreativ sein?

5/30/2012 02:51:00 nachm.

Kreativität in der Erziehung


Und tatsächlich könnte mein Motto: „Erziehen kann kreativ sein“ zu der Annahme verführen, dass Kreativität die wichtigste Zutat in der alltäglichen Erziehungsarbeit vieler Eltern sei und dass ohne sie Kinder einfach keine gute Erziehung erhalten würden. 

kreative Eltern Erziehung

Müssen Eltern also kreativ sein, um ihren Kindern gute Erziehung zukommen zu lassen?
Nein – lautet meine Antwort. Kreativität ist garantiert nicht die Lösung auf alle Probleme, Fragen und Herausforderungen in Ihrem Alltag mit Kindern.

 

Was ist Kreativität eigentlich?


Kreativ zu leben bedeutet gar nicht, Malen, Basteln oder Kunst in den Tagesablauf zu integrieren und Kindern zu vermitteln. Viel mehr handelt es sich um den Drang in unserem Inneren, aus uns heraus etwas zu schaffen – unsere Umwelt aktiv zu gestalten und nicht einfach nur Sachen geschehen zu lassen.


Zu aller erst müssen wir häufig von Neuem entdecken, was uns ausmacht, welche Wünsche wir haben, woher wir kommen und wohin wir gehen (wollen). Manchmal fühlt es sich regelrecht komisch an – praktisch in der Hälfte des Lebens angekommen, sollen wir uns nach langer Zeit wieder bewusst fragen: „Was ist mir eigentlich wichtig? Welche Werte möchte ich in dieser Lebensphase in den Vordergrund stellen?“

Die Zeit mit Kindern, die vielen Veränderungen, die diesen Lebensabschnitt prägen, zwingen uns jedoch von Zeit zu Zeit zu dieser Selbstreflexion. 

Rita Dummer bemerkte in ihrem Interview „ Maljemand anderer sein dürfen...“, dass es oft Menschen meiner Generation (35 bis 45 Jahre) sind, die ihre Kurse aufsuchen und scheinbar wieder der eigenen Kreativität mehr Ausdruck verleihen möchten. 

Kreativität in der Erziehung



Mit meiner Forderung nach mehr Kreativität in der Erziehung möchte ich kein allgemeingültiges Rezept schaffen, sondern darauf hinweisen, dass Erziehung keine Schritt-für-Schritt-Anleitung ist. Gerade, weil unsere Welt selten schwarz-weiß ist, geht es manchmal viel mehr darum

  • auf eigene Vorstellungen von Erziehung zu achten
     
  • Bedürfnisse, Wünsche und Persönlichkeit Ihrer Kinder und anderer Familienmitglieder zu berücksichtigen
     
  • anderen Sichtweisen und neuen Ideen offen gegenüber zu stehen
     
  • sich spontane und authentische Reaktion zu erlauben und dabei auf eigene Intuition zu vertrauen
    bereit zu sein, Lösungen, Verhaltensweisen und Erziehungsmaßnahmen, die in der jeweiligen Situation nicht funktionieren, über Bord zu werfen

Wie hilfreich ist Kreativität dann?



Kreativität kann nicht alle unsere Erziehungsprobleme aus der Welt schaffen, doch sie bringt uns dazu, sich an der Gestaltung der Welt aktiv zu beteiligen und bewusst darüber nachzudenken, was in unserem Alltag los ist. Und wie einst Donald Winnicott, ein englischer Kinderpsychologe, sagte: 
„Kreative Wahrnehmung gibt dem einzelnen Menschen mehr als alles andere das Gefühl, dass das Leben lebenswert ist.“


Lesenswertes zum Thema Kreativität: 

Tipps und Empfehlungen, um Kreativität bei Kindern zu fördern


FAZIT:

Wie kreativ müssen also Eltern sein?


Kreativität an sich ist kein oberstes Prinzip in der Erziehung, kein allgemein funktionierendes Rezept bei Erziehungsschwierigkeiten. Dennoch kann Kreativität im Alltag nicht nur für Kinder wichtig sein, sondern auch in unser Eltern-(Er)Leben mehr Farbe bringen. 
 
Entdecken Sie Ihre Welt gemeinsam mit Ihren Kindern immer wieder neu. Zögern Sie nicht hier und da auch die allgemeingültigen Wahrheiten aus dem Bereich der Erziehung in Frage zu stellen.

Vergessen Sie nicht, dass Sie und Ihre Familie einmalig sind, und gestalten Sie Ihren Alltag mit Kindern offener und bewusster.  





Und wann verleihen Sie der Kreativität in Ihrem Familienalltag Ausdruck?


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