Wie Museumsbesuche die Kreativität bei Kindern steigern können

4/07/2012 12:00:00 vorm.


Aus einem Besuch im Museum Wertvolles mitzunehmen

im museum 

Es gibt Museumsbesuche, welche die Kinder innerhalb einer Stunde und ich morgen schon wieder vergessen haben. Und dann gibt es Ausstellungen, an die wir uns ein Leben lang erinnern werden. Wovon hängt es ab, ob wir aus einem Museumsbesuch etwas für uns persönlich mitnehmen? Und kann ein Besuch in einer Kunstaustellung wirklich gut für die Kreativität der Kinder sein?



Erlebnisse stellen eine effektivere Quelle an Lerninhalten dar als reiner Konsum

Um aus einem Museumsbesuch etwas zu lernen, reicht es nicht nur die Ausstellungsstücke zu sehen.  Wirklich nachhaltig kann man das Neue erst nutzen, wenn man auch die Zusammenhänge erfasst hat und sich Gedanken zu dem Thema gemacht hat.  Das kann bei Kindern zum Beispiel auch passieren, indem sie selber Bilder zum Thema oder mit einer ähnlichen Technik malen.

der lernprozess
 

Wie Kinder die Inhalte Ihres letzten Museumsbesuchs nachhaltiger nutzen können

 

1. Viele Fragen lassen uns das Objekt begreifen


Stellen Sie Fragen zu den Objekten der Ausstellung. Lassen Sie die Kinder selber überlegen, wie die Objekte hergestellt wurden oder mit welcher Technik die Bilder gemalt wurden. Interessieren Sie sich für das Aussehen der Objekte, aus welchem Material sie zum Beispiel gemacht wurden, oder was genau sie darstellen. Fragen Sie nach, wie ein Bild auf das Kind wirkt. Welche Fantasien es dazu entwickelt. Fragen Sie, fragen Sie, fragen Sie...

Diese Fragen steigern nicht nur das Interesse der Kinder, indem Sie ihre Neugierde wecken, sondern sie sorgen auch dafür, dass die Kinder eigene Lösungsvorschläge und Ideen entwickeln, wie man etwas Ähnliches herstellen könnte. 

2.  Farben, Geschichten und Geheimnisse können unsere Fantasie anregen


Ein Aufenthalt im Museum, unbekannte Ausstellungsstücke, neue Farbenkombinationen und vor allem eine Möglichkeit aktiv selbst zu entdecken, können tatsächlich nicht nur Kinder inspirieren und ihre Phantasie anregen. 

3. Selber (mit)machen


Manche Kinder möchten im Nachhinein ausprobieren, wie es ist selber einen Kopfschmuck aus Federn zu gestalten, eine Pfeife zu schnitzen oder ähnliches. Begeistert machen sie entwürfe für Skulpturen.

Besonders spannend kann es sein, wenn die aktuelle Ausstellung oder der Museumsbesuch in eine Geschichte eingebettet ist, die vorher oder nachher gelesen werden kann. Ein gutes Beispiel sind Bücher von Thomas Brezina: Museum der Abenteuer, in denen Bilder einiger bekannten Maler vorgestellt werden. 

4. Überfordern Sie die Kinder nicht


Im Museum gibt es viele Räume, viele Objekte – alles ansehen zu wollen, das kann überfordern. Und nicht nur die Kinder. Wenn Sie mit Kindern ins Museum gehen, machen Sie sich schon im Vorhinein klar, dass Sie vermutlich nicht alles in Ruhe ansehen können. Seien Sie realistisch und gestalten Sie den Tag im Museum so, dass die Kinder ihre Aufmerksamkeit nicht zu rasch verlieren. 

Bei Führungen beschränken sich Museumspädagogen/innen auf einige ausgewählte Objekte, die sie dann mit Kindern ausführlicher betrachten und besprechen. Dabei ist es günstig, wenn sich Kinder auf die Bänke oder auf den Boden hinsetzen dürfen.  

Kinder sind sehr unterschiedlich. Manche benötigen mehr Bewegung, manche weniger. Das sagt aber nicht so viel über deren Aufmerksamkeit oder Lernfähigkeit aus. Verharren Sie vor einem Ausstellungsobjekt nicht zu lange. Eine halbe Stunde vor einem einzigen Bild kann erfahrungsgemäß auch die geduldigsten überfordern.  

5. Zwingen Sie sich zu nichts


Ein Besuch im Museum soll zwar lehrreich sein, aber vor allem auch unterhalten. Es soll Ihnen und Ihren Kindern Spaß und Lust auf mehr machen. Sie können Ihre Interessen und wissen, was Ihre Kinder interessiert, suchen Sie passendes Angebot. Es bringt nicht sehr viel, wenn Sie sich zu einem Museumsbesuch zwingen, nur damit Ihre Kinder viel lernen.

Was Kinder sich von einem Museumsbesuch erwarten:

  • Spaß und Unterhaltung - eine Abwechslung zum Alltag
  • Kein langes Herumstehen und Warten
  • Verständliche Erklärungen ohne schwierige Fachwörter
  • Möglichkeit, etwas selber anzufassen und mit allen Sinnen wahrzunehmen
  • Einbeziehung von interaktiven Medien (Präsentationen, Rätsel usw.)
  • Genügend Zeit, um das zu erkunden, was sie interessiert
  • Möglichkeit im Nachhinein etwas selber auszuprobieren oder zu gestalten

FAZIT: 
Ein Besuch im Museum kann bei Kindern tatsächlich die Kreativität anregen. Eine Voraussetzung ist, dass man den Spaßfaktor nicht vergisst und die Kinder nicht mit Unmengen an Informationen überfordert. Das Wahrnehmen der Objekte mit allen Sinnen steht bei Kindern in Vordergrund. Viele kleinen Museumsgäste wollen auch die Zusammenhänge und Zusatzinfos erfahren, um das neue Wissen einordnen zu können. Für die Nachhaltigkeit und den Erlebnisfaktor sorgt auch die Möglichkeit, das Gesehene selbst kreativ zu bearbeiten. Dafür bietet sich manchmal eine Teilnahme in einem professionell geführten Museumsatelier an.


Wann waren Sie das letzte Mal von einem Museumsbesuch so richtig beeindruckt?

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