Die Entfaltung der Kreativität im Alltag unterstützen
Mit dem Wort Förderung verbindet man sich meistens jede Menge Zusatztätigkeiten und Angebot für die Kinder. Doch Kreativität bei Kindern kann man genauso gut ohne viel Aufwand im Alltag fördern. Unzählige Tätigkeiten, die wir tagtäglich ausüben, ermöglichen es. Etwas größere Kinder kann man beispielsweise hier und da beim Kochen oder in der Werkstatt mit einbeziehen.
Stellen Sie Ihren Kindern viele Fragen
Fragen und
Kreativität gehören zusammen. Kreativ ist man, um eine Antwort oder eine Lösung
zu finden. Kinder wollen nicht alle ihre Fragen beantwortet bekommen. Manche
davon sind nämlich so spannend, dass sie lieber selber (oder mit
unserer Unterstützung) nach der Antwort suchen würden.
Über die Wichtigkeit von Fragen und Experimentieren sprach ich mit Dr. Emmanuelle Bidaud, die in Wien Science-Lab-Kurse anbietet. Das ganze Interview können Sie hier lesen: Kinder dursten nach Selbertun
Zeigen Sie Kindern, wie man Sachen kreativ und mit Freude angeht
Kinder orientieren
sich in vielerlei Hinsicht an unserem Verhalten. Wenn Sie sehen, dass wir in
unserem Leben keine Kreativität nutzen, dann werden sie sie für nicht brauchbar
halten. Leben Sie Ihren Kindern Kreativität vor. Zeigen Sie ihnen, wie viel
Spaß es auch Ihnen macht, etwas aus eigener Kraft entstehen zu lassen, zu
entwickeln, ins Leben zu rufen.
Heißen Sie Langeweile willkommen
Wir Eltern fürchten uns manchmal vor der Langeweile unserer Kinder. Häufig handelt es sich um Augenblicke, in denen sie danach verlangen, dass wir sie amüsieren oder für eine rasch befriedigende Unterhaltung (Fernsehen, Computer etc.) sorgen. Meistens erwischt es uns genau dann, wenn wir gerade zu tun haben und die Rolle des Entertainers nicht so gerne übernehmen wollen.
Befriedigen Sie dieses Bedürfnis nach Unterhaltung nicht allzu schnell. Dafür sind Sie nicht verantwortlich. Halten Sie es aus, dass Ihr Kind gerade nichts zu tun hat. Es muss nicht immer spielen oder lernen. Es darf sich auch mal langweilen. Denn dann lernt es eben aus eigener Kraft, die Langeweile zu überwinden. Und das ist ein wichtiger und äußerst kreativer Moment – auf einmal müssen die Kinder aus Nichts eine Idee erschaffen. Sie müssen eine eigene Antwort auf die Frage „Was soll ich jetzt tun?“ finden.
Stellen Sie Material bereit
Lassen Sie Ihr Kind viel ausprobieren. Es ist
nicht wahr, dass Stifte nur zum Malen da sind. Man kann mit ihnen sehr viel
anstellen – zum Beispiel einen Floß für Figuren bauen. Erlauben Sie Kindern,
dass sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Mehr als zum Beispiel Malvorlagen
brauchen Kinder Materialien, denen sie selber Gestalt geben können – Knetmasse,
Papiere, Kleber, Schachteln, Steine, Stöcke, Farben
Mehr dazu, wie Eltern die Kreativität der Kinder beim Malen fördern können, lesen Sie im Beitrag "Kinderkunst: So fördern Eltern die Entwicklung" von Silke R. Plagge.
Gehen Sie mit Kindern in die Natur
Bewegung im Wald, auf der Wiese oder am Strand
geschieht oft in einer entspannten Atmosphäre eines Familienausflugs. Da kann
das Entdecken der Umgebung richtig Spaß machen. Wenn Kinder ihre Umwelt
entdecken und die Welt begreifen wollen, stellen sie viele Fragen. Die
herumliegenden Steine, Äste, Blätter, Kastanien usw. bieten sich geradezu für
selbständiges Experimentieren an.
Diese Meinung, dass Bewegung in freier Natur
für Kreativität wichtig sein kann, vertritt auch die Kunsttherapeutin Heidi
Stadlhofer. Mein Interview mit ihr lesen Sie hier: Als Elternteil muss man kein Animateur sein
FAZIT
Die Entwicklung der Kreativität im Alltag anzuregen, kann für Kinder eine Bereicherung sein. Es ist nicht Notwendig, dass diese Tätigkeit mit dem Einkauf teuerer Spielsachen oder mit dem Besuch unzähliger Kurse verbunden ist. Wichtig ist, dass Sie sich nicht zu etwas zwingen. Finden Sie heraus, was nicht nur Ihren Kindern,
sondern auch Ihnen Spaß macht.
Und welche Erfahrungen mit Kreativität machen Sie in Ihrem Familienalltag?















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